In Luxemburg sind die geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen gleichmäßig verteilt

Die geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede sind in Luxemburg sehr vielfältig. Bei einigen Berufsgruppen liegt das Durchschnittsgehalt der Männer höher, bei anderen das der Frauen. Die Ungleichheiten sind gleichmäßig verteilt: Die durchschnittliche Gesamtprozentzahl der Lohnunterschiede liegt bei 13 %. Diese Zahl gilt gleichermaßen für die Berufsgruppen, in denen Frauen mehr verdienen als Männer und die Kategorien, in denen Männer mehr verdienen als Frauen.

Die beiden höchsten geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede werden in den Berufsgruppen Bürokräfte im Finanz- und Rechnungswesen im Bereich Statistik/Materialwirtschaft, bei sonstigen Bürokräften und verwandten Berufen im Bereich personenbezogene Dienstleistungen mit 23 % mehr bei männlichen beziehungsweise 22 % mehr bei weiblichen Angestellten verzeichnet.

Das kleinste Lohngefälle innerhalb der in Luxemburg analysierten Berufsgruppen weist die der Führungskräfte im Bereich Verwaltung und Handel auf, nämlich 2 % Unterschied in den Gehältern zum Vorteil der Frauen. In den Bereichen Wissenschaft, Ingenieurs- und Gesundheitswesen, Recht und Kultur verdienen dagegen männliche Führungskräfte 2 % mehr als ihre Kolleginnen.

Der durchschnittliche geschlechtsspezifische Lohnunterschied für alle zehn analysierten Berufsgruppen liegt bei 13 %. Ein nationaler Durchschnitt, errechnet aus den 2013 von Eurostat erhobenen Daten, liegt bei 8,6 %. Dieser Unterschied zwischen den beiden Durchschnittswerten legt nahe, dass es noch weitere, hier nicht analysierte Berufsgruppen in Luxemburg gibt, bei denen der geschlechtsspezifische Lohnunterschied niedriger ist als bei denen in der untenstehenden Tabelle ausgewiesenen Gruppen.

Wie kommt es zu diesem geschlechtsspezifischen Lohnunterschied?

Definiert wird der geschlechtsspezifische Lohnunterschied als ungleiche Bezahlung für die gleiche Arbeit, die mit den gleichen Fähigkeiten und Qualifikationen ausgeübt wird. Der geschlechtsspezifische Lohnunterschied resultiert aus Verhaltsnsmustern und Praktiken, die auf Geschlechtertrennung ausgerichtet sind. Diese Verhaltensmuster und Praktiken verstärken die bereits existierenden ungleichen Entwicklungschancen für Männer und Frauen sowie die ungerechtfertigten Entgelte innerhalb der Berufsgruppen und Berufe. Hinweis: Die unten dargestellten geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede gelten lediglich für die analysierten Beschäftigungen und Berufe.

Tabelle 1. Geschlechtsspezifischer Lohnunterschied bei großen Berufsgruppen in Luxemburg

Beruf Männlich Weiblich Gesamt Lohnunterschied
  Mittlerer Bruttolohn (€/Stunde) Mittlerer Bruttolohn (€/Stunde) Mittlerer Bruttolohn (€/Stunde) % Unterschied
Führungskräfte Verwaltung und Handel 35.8 36.57 36.19 -2%
Fachkräfte in den Bereichen Wissenschaft, Ingenieurs- und Gesundheitswesen sowie Lehrkräfte 36.65 32.36 34.51 12%
Betriebswirte in Verwaltung und Wirtschaft 33.58 28.75 31.16 14%
Fachkräfte in den Bereichen Recht, Soziales und Kultur 30.16 27.12 28.64 10%
Fachkräfte Wissenschaft, Ingenieurs- und Gesundheitswesen, Recht und Kultur und in vergleichbaren Berufen 25.54 25.03 25.29 2%
Betriebswirte und vergleichbare akademische Berufe in Verwaltung und Wirtschaft 29.17 27.2 28.18 7%
Bürokräfte Kundendienstleistungen 28.98 23.13 26.05 20%
Bürokräfte im Finanz- und Rechnungswesen im Bereich Statistik/Materialwirtschaft 21.92 26.84 24.38 -22%
Berufe im Bereich personenbezogene Dienstleistungen 22.37 17.14 19.75 23%
Nahrungsmittelherstellung, Müllabfuhr, andere Basisberufe 11.48 13.1 12.29 -14%

Quelle: EU SILC 2013 Dataset

Der geschlechtsspezifische Lohnunterschied wurde ermittelt, indem die Differenz zwischen den geschlechtsspezifischen mittleren Bruttolöhnen durch den mittleren männlichen Bruttolohn dividiert wurde. Allen Berufsgruppen in der Tabelle liegen mindestens 10 weibliche und 10 männliche Antworten zugrunde.

Worum handelt es sich beim WITA-Gender-Pay-Gap-Projekt?

WITA GPG ("With Innovative Tools Against Gender Pay Gap" – mit innovativen Mitteln gegen den geschlechtsspezifischen Lohnunterschied, Januar 2015 - Dezember 2016) möchte wirkungsvoll dazu beitragen, den großen und andauernden Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern zu schließen. Dies wird durch EU-Mittel in Form eines so genannten PROGRESS-Programms mit der Bezeichnung Action Grant Nr. 4000004929 ermöglicht. Eine der Aktivitäten ist der Vergleich zwischen den Löhnen und Gehältern von Männern und Frauen auf der Ebene der Berufsgruppen und die Veröffentlichung der Ergebnisse auf den nationalen WageIndicator-Webseiten aller 28 EU-Mitgliedsstaaten und der Türkei, sowie die Verbreitung durch Pressemitteilungen.

Weitere Informationen zum WITA-Projekt finden Sie unter

http://www.wageindicator.org/main/Wageindicatorfoundation/projects/wita-gpg

Weitere Informationen zu geschlechtsspezifischen Lohnunterschieden in Luxemburg finden Sie unter WageIndicator.lu

http://www.lohnspiegel.lu/home/lohn-gehalt/lohngleichheit

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